Ausgangslage

Das gesellschaftskritischste Märchen, das ich als literarischer Laie kenne, ist das Märchen von Hans Christian Andersen „Des Kaisers neue Kleider“. Sie erinnern sich, am Ende ruft ein kleines Mädchen: „Der Kaiser hat ja gar keine Kleider an.“ Die kaiserliche Gesellschaft, die Hans Christian Andersen märchenhaft überzeichnet und die das Mädchen bloßstellt, ist eine übertrieben obrigkeitsgläubige zentralstaatliche Gesellschaft. Glauben an das, was von oben kommt, ist die altbekannte Krankheit vieler Monarchie und leider auch unserer Zeit. Schlechte Zeichen dieser Entwicklung sind die weltweite Überschuldung vieler öffentlicher Kassen, die „Glühlampen“ - Diktatur in Brüssel, das Menschen verachtende Veto-Recht der Atommächte im UN-Sicherheitsrat.

„Postfaktisch“ ist das Wort, „Volksverräter“ das Unwort des Jahres 2016. Beide nehmen diese gesellschaftliche Weltlage aufs Korn. Das meint ganz allgemein den Vorrang des Glaubens vor dem Wissen. Der Glaube an das, was von oben kommt, ist auch ein Grundübel politischer Parteien. Parteilichkeit ist Lobbyismus für Nationales, Liberales, Christliches, Soziales. Diese Parteilichkeit bilden die Kandidaten, ganz besonders die Listen der Parteien bei den Wahlen aller Art ab. „In der Mitte sitzt man heute zwischen den Stühlen“, sagt Dieter Nuhr im Jahresrückblick 2016.

Meine Aufgabe als jemand, der Chemie und Physik studiert hat, also die Mitte der beschreibbaren Wirklichkeit, und der dieses Wissen ein Berufsleben lang gegen gute Bezahlung praktisch anwenden durfte, ist eine zweifache: Als Einzelkandidat und als Mensch habe ich zu sagen, warum diese gesellschaftliche Entwicklung schlecht ist und wie man das verbessern könnte.

Diese Entwicklung ist nicht gut, weil das Prinzip „Glauben statt Wissen“ zu allen Zeiten die Reichen reicher gemacht hat, statt die Armen verstärkt aus der Armut heraus zu führen. Keine Angst, ich bin kein linker Sozialist. Reich zu werden ist wichtig, wenn dafür eine entsprechende Lebensleistung erbracht wurde. Ich nenne hier den Namen Bill Gates, auf extrem gut zutrifft, was ich meine.

Was die Verbesserungsmöglichkeiten anbetrifft, nenne ich hier nur die Stichworte: Rat der gewählten Zunftmeister im Rat der Freien Reichsstädte. Das zu verwirklichende Prinzip bedeutet, jede Partei hat per Geschäftsordnung erst alle "Zünfte", das heißt heute alle Berufsgruppen, zu hören, bevor sie über einen Programmpunkt einen gültigen Beschluss fassen kann.

Zwei Vorschläge

Mehr Mensch, weniger Partei

Ich habe zwei Vorschläge, die unsere Gesellschaft in Hanau, in Europa und in der Welt in eine bessere Richtung entwickeln können.

  1. Die extrem erfolgreichen Grundprinzipien der Naturwissenschaften müssen wieder als Kulturgüter wesentlich stärker beachtet werden: Wiederholbarkeit, Präzision und Richtigkeit.
  2. Die politische Kontrolle muss wesentlich verbessert werden. Sie muss unmittelbarer erfolgen, transparenter und unter persönlicher Mitarbeit von so vielen Menschen wie möglich. Ich will die Menschen nicht irgendwo hin bewegen. Die Menschen müssen sich selbst bewegen und zwar wieder auf die wirkliche Welt hin und weg von Aberglauben, Esoterik, Subjektivität und Parteilichkeit. Dazu gehört auch mehr Zeit- und Arbeitsaufwand zur Kontrolle der Obrigkeit.

Zu diesen beiden Punkten wäre sehr viel zu sagen. Dazu ist hier nicht die Zeit.

Wesentlich für die Wohlfahrt der Bürger, ist die Verfassung, in der sie zusammenleben. Jeder sollte sich damit befassen, welche Verfassung er für die beste hält. Für mich als Naturwissenschaftler zählen dabei objektive Fakten wie diese:

  1. Gemessen am pro Kopf Vermögen haben die Bürger der Schweiz die beste Verfassung. Ihr Vermögen ist weltweit das höchste. Ihre Verfassung ist auch die älteste.  
  2. Gemessen an der Militärgewalt bilden die Bürger der USA die mächtigste Nation.

Interessant ist dabei, dass diese beiden besonders erfolgreichen Verfassungen einander sehr ähnlich sind gerade bei den drei Punkten, die mir wichtig sind:

  1. Unmittelbarkeit der Kontrolle des Staates durch die Bürger in Schweizer Kantonen bzw. US-Counties bzw. US-States nach dem Prinzip des Föderalismus "Einheit in Vielfalt" und nicht des Zentralismus, wie er gerne von Brüssel und Berlin, Paris, London, Moskaus, Peking und so weiter praktiziert wird.
  2. Große Transparenz beim staatlichen Handeln
  3. Große persönliche Bürgerbeteiligung.

Mehr Mensch, weniger Partei!

Kommunalverwaltungen und mehr

Was hat das Alles mit meinen Einzelkandidaturen zu tun?

Kreisverwaltung und Stadtverwaltung in Gelnhausen arbeiten mit und ohne Landrat. mit und ohne Bürgermeister ordentlich nach Recht und Gesetz. Die Ämter des Landrats und des Bürgermeisters dienen der Repräsentation und sind  vor allem parteipolitisch relevant.

Es wäre daher besser, politisch engagierte Einzelkandidaten übten solche Ämter überparteilich und ehrenamtlich aus und leisteten dort nebenbei überparteiliche politische Bildungsarbeit mit dem Ziel, die Demokratie zu verbessern und zwar vor Ort ebenso wie in Europa und in der Welt.

Mein Ziel wäre es dabei, die objektiven naturwissenschaftlichen Grundprinzipien wieder mehr als europäische Kulturleistung zu reaktivieren, also Wissen statt Glauben und dabei so wiederholgenau, so präzise und so richtig wie möglich vorzugehen.

Das Wichtigste zum Schluss: All diese stetigen Verbesserungen müssen langsam, gewaltlos und mit breiter Mehrheit erfolgen, also mit möglichst großer Zustimmung und im ständigen Dialog mit möglichst vielen Menschen. Nur die Zielvorgabe, die Demokratie stetig verbessern zu wollen, darf dabei nie verloren gehen. Dazu müssen sich die Menschen wieder als Menschen engagieren und nicht als Kofferträger von Parteien. Wenn Menschen gemeinsam zusammenarbeiten, finden sie meist bessere Wege als den, der gerade von den Führern der Mehrheitspartei vorgeschlagen wird.

Mehr Mensch, weniger Partei